ÖKOPROFIT-Teilnehmer zogen Zwischenbilanz

Spürbare Einsparerfolge

Die Teilnehmer des Projekts „ÖKOPROFIT Märkischer Kreis“ präsentierten kürzlich im Rahmen einer Zwischenbilanz ihre Maßnahmen zur Ressourceneinsparung in ihren Unternehmen.

Erste spürbare Einsparungen konnte das Edelstahlwerk Ossenberg aus Altena verzeichnen. Durch eine neue Rückführung der Abwärme von Kompressoren wird zukünftig das Gebäude beheizt und damit Energie eingespart. Auch vermeintlich kleinere Dinge wurden angepackt: Die alten Duschen werden ersetzt und damit jedes Jahr mehrere hundert Liter Wasser weniger verbraucht. Der Effekt: Die Wasserkosten werden um mehr als 4.000 Euro pro Jahr gesenkt.

Die ESTB GmbH aus Iserlohn führt zukünftig eine digitale Lohnabrechnung ein und verbraucht weniger Papier. Zudem wird konsequent auf LED-Beleuchtung umgestellt, wodurch die jährlichen Kosten um 40 Prozent gesenkt werden sollen. „Zusätzlich sind wir aktuell in den Planungen für eine Photovoltaikanlage“, berichtete Geschäftsführer Marc Schmidt,

Auch kleine Maßnahmen wirken

Für das Institut für Umformtechnik (IFU) aus Lüdenscheid bieten sich nicht die Möglichkeiten in der Produktion einzusparen, verfügt das Unternehmen doch „nur“ über Labore und Büros. Doch auch in den Bereichen lässt sich einiges machen, wie IFU-Geschäftsführer Hans-Joachim Waibel erläuterte: „Wir haben unter anderem die Mülltrennung umgestellt, die Heizungssteuerung optimiert und unsere Seminarunterlagen digitalisiert.“

Viele der teilnehmenden Industrieunternehmen setzen zudem bei dem Thema Druckluft an, entweder durch den Austausch der Kompressoren, wie bei der Firma Otto Rentrop aus Plettenberg oder durch die Absenkung der Grundlast. Die K&B Kunststofftechnik aus Lüdenscheid hat genau dies getan und verbraucht alleine hierdurch ca. 90.000 Kilowattstunden Strom weniger pro Jahr. „Die Umsetzung allein dieser einfachen Maßnahme hat sich für uns sofort bezahlt gemacht“, so Geschäftsführer Arne Bratzke.

Auch die Firmengebäude bieten vielfältige Möglichkeiten, Energie und Wärme einzusparen. Das Kiersper Unternehmen Pollmann & Sohn investiert beispielsweise in neue Fenster und in ein Schnelllauftor, um die Wärmeverluste zu verringern. Geschäftsführerin Frauke Brader berichtete zudem: „Einen unserer Beschichtungsöfen fahren wir jetzt nicht bereits vor Schichtbeginn hoch, sondern erst etwa eineinhalb Stunden später. Das reicht völlig aus und spart eine Menge Energie ein.“ Eine Photovoltaik-Anlage ist aktuell ebenfalls in Planung.

Einer der größten Photovoltaik-Anlagen im Märkischen Kreis

Wohl eine der größten derartigen Anlagen im Märkischen Kreis plant aktuell der Medizintechnikhersteller Tebit aus Meinerzhagen. Allein 600.000 Euro werden investiert, die jährlichen Einsparungen sollen ca. 70.000 Euro betragen. Läuft die Anlage, kann der CO2-Austoß um etwa 142 Tonnen gesenkt werden. Darüber hinaus steckt Tebit ca. 75.000 Euro in die Optimierung der Absauganlage. „Nach drei bis vier Jahren wird sich die Maßnahme rechnen und wir tun gleichzeitig etwas für die Umwelt“, zeigt sich Tebit-Projektleiter Andreas Schürholz zufrieden.

Die Firma Silgan Dispensing Systems aus Hemer hat ihren Schwerpunkt im Projekt vor allem auf die Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter gelegt. „Gerade der bewusstere tägliche Umgang mit Wärme, Strom und Betriebsmitteln bieten bei einem Betrieb unserer Größe enorme Einsparpotentiale“, so Projektleiterin Stefanie Janz. Insgesamt beschäftigt die Firma Silgan am Standort in Hemer etwa 450 Mitarbeiter und hat im Rahmen von ÖKOPROFIT zudem vier neue Kompressoren in Betrieb genommen, die Räumlichkeiten mit Präsenzmeldern für die Beleuchtung ausgestattet und die Steuerung der Klimaanlagen optimiert.

„Die Beispiele zeigen, dass sich eine Teilnahme an ÖKOPROFIT definitiv lohnt. Manchmal können Dinge sofort umgesetzt werden, größere technische Maßnahmen entfalten vor allem mittel- bis langfristig ihre Wirkung“, freute sich Marcel Krings, Projektleiter bei der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH (GWS). „Jede Maßnahme in den Betrieben ist ein Gewinn aus ökologischer und ökonomischer Sicht. Wenn Unternehmen den Ressourcenverbrauch reduzieren, Energie effizienter einsetzen oder Abfälle vermeiden, dann entlastet dies die Umwelt und senkt die Kosten“, fasste Dr. Stefan Große-Allermann, Projektleiter von der B.A.U.M. Consult GmbH zusammen. Er begleitet den Prozess und entwickelt mit den Verantwortlichen in Workshops, bei Betriebsrundgängen und mit Hilfe einer Bestandsaufnahme Vorschläge, die den Zielen von ÖKOPROFIT entsprechen.

Neue Runde bereits in Planung: Interessierte können sich melden

Am Ende der Projektlaufzeit steht die Auszeichnung als zertifizierter ÖKOPROFIT-Betrieb. „Die Abschlussveranstaltung ist für Juni geplant. Aktuell laufen bereits die Planungen für eine weitere Projektrunde von ÖKOPROFIT, die dann im Juni starten soll“, berichtete Marcel Krings und ergänzte: „Interessierte können sich schon jetzt bei der GWS melden.“

Weitere Informationen zum Projekt „ÖKOPROFIT Märkischer Kreis“ sind abrufbar unter: www.gws-mk.de/projekte oder unter www.oekoprofit-nrw.de.

Das Projekt „ÖKOPROFIT Märkischer Kreis“ wird finanziell gefördert vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Teilnehmer der 4. Runde von „ÖKOPROFIT Märkischer Kreis“ sind:

• Altenaer Baugesellschaft AG, Altena
• Edelstahlwerk W. Ossenberg & Cie., Altena
• ESTB GmbH, Iserlohn
• Institut für Umformtechnik der mittelständischen Wirtschaft GmbH, Lüdenscheid
• K&B Kunststoffdreherei GmbH, Lüdenscheid
• Otto Rentrop GmbH & Co. KG. Plettenberg
• Pollmann & Sohn GmbH & Co. KG, Kierspe
• Silgan Dispensing Systems Hemer GmbH
• TEBIT GmbH & Co. KG, Meinerzhagen

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