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Lang­sam aber sicher

Aus­wir­kun­gen der Elek­tro­mo­bi­li­tät auf die Auto­mo­bil­zu­lie­fer­indus­trie in Süd­west­fa­len

Der Mobi­li­täts­wan­del kommt zwar lang­sa­mer als vor eini­ger Zeit noch pro­gnos­ti­ziert, aber er kommt. Erste Aus­wir­kun­gen spürt die Zulie­fer­indus­trie schon und sollte die Wei­chen ent­spre­chend stel­len. Eine neue Stu­die von GWS und der FH Süd­west­fa­len kann dafür erste Ori­en­tie­rung geben – kon­krete Hil­fe­stel­lung soll fol­gen.

Süd­west­fa­len gehört zu den drei stärks­ten Indus­trie­re­gio­nen Deutsch­lands und wird beson­ders von der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie geprägt. Rund 500 Unter­neh­men lie­fern Pro­dukte für die Auto­mo­bil­in­dus­trie. Ent­spre­chend stark wird die Region vom der­zeit statt­fin­den­den Mobi­li­täts­wan­del betrof­fen sein.

Die Gesell­schaft zur Wirt­schafts- und Struk­tur­för­de­rung im Mär­ki­schen Kreis mbH (GWS) hat darum bei der Fach­hoch­schule Süd­west­fa­len eine Stu­die in Auf­trag gege­ben, die die Aus­wir­kun­gen ins­be­son­dere der Elek­tro­mo­bi­li­tät auf die Region näher beleuch­ten sollte.
Im Rah­men die­ser Stu­die wur­den Hun­derte von Quel­len stu­diert und mehr als 60 Zulie­fer­be­triebe und Bran­chen­ken­ner aus der Region befragt. Die Fach­leute aus der Fach­hoch­schule und der Wirt­schafts­för­de­rung haben sich mit poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen ebenso beschäf­tigt wie mit den Stra­te­gien rele­van­ter Fahr­zeug­her­stel­ler und mit den tech­no­lo­gi­schen Beson­der­hei­ten der Fahr­zeuge von mor­gen. Her­aus­ge­kom­men ist ein Abbild der der­zei­ti­gen Situa­tion, das der hei­mi­schen Indus­trie als Ori­en­tie­rung die­nen kann, wo die Reise in Sachen Mobi­li­tät künf­tig hin­ge­hen wird.

„An Elek­tro­mo­bi­li­tät führt kein Weg vor­bei. Welt­weite poli­ti­sche Vor­ga­ben zwin­gen die Her­stel­ler, sich auf diese Tech­no­lo­gie ein­zu­las­sen“, so Prof. Andreas Nevoigt, der als Lei­ter des Labors für Fahr­werk­tech­nik die wis­sen­schaft­li­che Lei­tung der Stu­die inne hatte. Hybrid­an­triebe spie­len in den nächs­ten Jah­ren noch eine wich­tige Rolle – dadurch voll­zie­hen sich die Ver­än­de­run­gen inner­halb der Fahr­zeug­flot­ten all­mäh­lich, was der Zulie­fer­indus­trie Zeit ver­schafft, um sich an die neuen Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen.

Erste Aus­wir­kun­gen des Wan­dels sind in der Region aber bereits spür­bar. So wer­den Zulie­fer­un­ter­neh­men zuneh­mend in die Ent­wick­lung ein­ge­bun­den, denn die Her­stel­ler nut­zen gerne deren Know-how, um neue Elek­tro­mo­delle schnell auf die Straße zu brin­gen. Es wird viel geforscht und ent­wi­ckelt der­zeit – vor allem im Bereich neuer Mate­ria­lien und Soft­ware. Unter­neh­men aus der Elek­tro­bran­che sehen eher Chan­cen durch den Wan­del – Schmie­den oder Gie­ße­reien sehen die Situa­tion dage­gen weni­ger opti­mis­tisch.

Für GWS-Geschäfts­füh­rer Jochen Schrö­der ist die Stu­die darum erst der Anfang: „Wir müs­sen jetzt die ein­zel­nen Bran­chen genauer unter­su­chen und sehen, wie wir hier kon­kret unter­stüt­zen kön­nen.“ Dabei soll es nicht nur um die kon­kre­ten Pro­dukte und ihre Anpas­sung auf elek­tri­sche Antriebe gehen. Auch inner­halb der Pro­duk­ti­ons­pro­zesse gibt es Ver­än­de­rungs­be­darf, den kleine Unter­neh­men oft nicht alleine stem­men kön­nen. Von kli­ma­neu­tra­ler Pro­duk­tion bis hin zur fle­xi­blen Fer­ti­gung klei­ner Stück­zah­len rei­chen die neuen Anfor­de­run­gen vie­ler Her­stel­ler. „Wir las­sen die hei­mi­sche Indus­trie mit die­sen Fra­gen nicht alleine und arbei­ten der­zeit an maß­ge­schnei­der­ten Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten.“, so Schrö­der wei­ter.

Kon­kret hat er dabei neben der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­füh­rung der Stu­die auch ver­schie­dene neue Pro­jekte im Sinn: „Gemein­sam mit der Fach­hoch­schule Süd­west­fa­len kon­zi­pie­ren wir gerade ver­schie­dene Ange­bote für Unter­neh­men“, erklärt er. So könn­ten The­men wie die CO2-neu­trale Fer­ti­gung genauer unter die Lupe genom­men wer­den. Auch für die Digi­ta­li­sie­rung der Pro­duk­tion oder die Unter­su­chung kon­kre­ter Bau­teile in Elek­tro­fahr­zeu­gen hat die Fach­hoch­schule Süd­west­fa­len die geeig­ne­ten Kom­pe­ten­zen im eige­nen Hause.

Mit dem Trans­fer­ver­bund Süd­west­fa­len ver­fügt die Region bereits über ein Instru­ment, um Hoch­schu­len und Unter­neh­men gemein­sam an sol­chen Fra­ge­stel­lun­gen arbei­ten zu las­sen: „Seit rund 10 Jah­ren ver­net­zen wir durch unsere Tech­no­lo­gies­couts und ver­schie­dene Ver­an­stal­tungs­for­mate ganz aktiv Wirt­schaft und Wis­sen­schaft in der Region. Wir haben bereits ein soli­des Fun­da­ment, das wir nun auch für die Her­aus­for­de­run­gen des Mobi­li­täts­wan­dels nut­zen kön­nen.“, so der Geschäfts­füh­rer der GWS, die gleich­zei­tig auch Geschäfts­stelle des Trans­fer­ver­bun­des Süd­west­fa­len ist.

 

  • Erstel­ler: Fach­hoch­schule Süd­west­fa­len, Labor für Fahr­werk­tech­nik
  • Auf­trag­ge­ber: GWS – Gesell­schaft zur Wirt­schafts- und Struk­tur­för­de­rung im Mär­ki­schen Kreis mbH
  • mit freund­li­cher Unter­stüt­zung des Auto­mo­tive Netz­werks Süd­west­fa­len
  • finan­ziert durch das Pro­jekt NRW.Innovationspartner des Lan­des NRW