GWS legt Gewerbeflächenmonitoring für 2017 vor

Das Angebot schrumpft weiter


Nachdem die GWS im vergangenen Jahr mit dem „Gewerbeflächenmonitoring Märkischer Kreis“ für die Jahre 2014 bis 2016 erstmals eine strukturierte Analyse des gewerblichen Grundstücksmarktes vorgelegt hat, konnten nun die Zahlen für das Jahr 2017 veröffentlicht werden. Der Flächenumsatz ist insgesamt rückläufig, demgegenüber bleibt die Zahl der Grundstücksverkäufe relativ konstant und das Angebot an verfügbaren Flächen schrumpft weiter.

Insgesamt konnten die Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis im abgelaufenen Jahr 19 Gewerbegrundstücke verkaufen - zwei weniger als noch 2016. Die Größe der verkauften Flächen summiert sich auf 8,95 ha und liegt damit unter dem Wert des Vorjahres von 16,42 ha. „Auch wenn zu erkennen ist, dass der Flächenumsatz rückläufig ist, können wir keinesfalls von einer Entspannung der Marktsituation sprechen“, erläutert GWS-Geschäftsführer Jochen Schröder und ergänzt: „Wir haben zunehmend Probleme adäquate Flächen für die Unternehmen zu finden.“ Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Zum Stichtag 31. Dezember 2017 standen dem Markt kreisweit nur noch 87,5 ha zur Verfügung, Tendenz sinkend.

Erschwerend kommt hinzu, dass von den 87,5 ha lediglich 48,2 ha sofort für die Unternehmen bebaubar sind. „Durch laufende Entwicklungs- und Erschließungsmaßnahmen sind nicht unwesentliche Flächenanteile erst in zwei Jahren oder später verfügbar“, so Schröder weiter. Zudem seien etwa 8,6 ha bereits als betriebliche Optionsflächen gebunden.

Wie die Auswertung der GWS zeigt, konzentrieren sich die Grundstücksverkäufe auf einige bestimmte Bereiche, wie z.B. den Märkischen Gewerbepark Rosmart, den Gewerbepark Deilinghofen in Hemer oder das Gewerbegebiet Hämmer in Menden. Mit insgesamt elf veräußerten Flächen entfällt mehr als die Hälfte der Verkäufe auf die genannten Standorte. Was hierbei deutlich wird: Städte und Gemeinden, die ihren Unternehmen keine Erweiterungs- oder Ausweichflächen zur Verfügung stellen können, laufen Gefahr Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen zu verlieren. „Wenn Unternehmen vor grundlegenden strategischen Standortentscheidungen stehen und keine passenden Grundstücke in der Kommune zu finden sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Unternehmen den Suchradius größer ziehen“, so Schröder.

Regionale Industrie größte Nachfragegruppe

Obwohl die heimischen Betriebe erfahrungsgemäß eine große Standortverbundenheit zeigen und sich zunächst in der unmittelbaren Umgebung auf die Suche nach Alternativen begeben, sei die Gefahr einer Abwanderung durchaus gegeben. Besonders betroffen sind derzeit die Städte Neuenrade und Lüdenscheid sowie die Gemeinde Schalksmühle, die aktuell alle vor dem Problem stehen, keine eigenen Flächen mehr anbieten zu können.

Die größte Nachfrage nach Gewerbeflächen konnte wie auch in den vergangenen Jahren im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnet werden. „Insgesamt 6,3 ha bzw. 70 Prozent der Fläche gingen an Industrieunternehmen, die bereits in der Region ansässig sind“, berichtet GWS-Projektleiter Marcel Krings. Bei dem Blick auf die Größe der veräußerten Flächen ist erkennbar, dass die Hälfte der Grundstücke eine Größe zwischen 2.000 und 5.000 m2 aufweist. Lediglich eine Fläche mit einer Größe von mehr als 20.000 m2 konnte im Gewerbegebiet Osterloh-West in Plettenberg verkauft werden. 

2018 bereits 3,8 ha verkauft

Entgegen der Tendenz des letzten Jahres scheint sich für das laufende Jahr 2018 eine steigende Nachfrage abzuzeichnen. „Allein im ersten Quartal wurden Flächen in einer Gesamtgröße von 3,8 ha verkauft“, ergänzt Krings Unter anderem erwarb das Unternehmen Schulte Elektrotechnik aus Lüdenscheid ein Grundstück von 21.000 m2 im Märkischen Gewerbepark Rosmart.

Aufgrund des bestehenden Flächenengpasses haben der Märkische Kreis und die fünfzehn Städte und Gemeinden in einem breiten Diskussionsprozess erst kürzlich das Gewerbeflächenkonzept Märkischer Kreis beschlossen. In enger Kooperation mit den Kommunen wurden 50 Suchräume in einer Größenordnung von etwa 1010 ha identifiziert. „Mit Blick in die Zukunft ist es daher umso wichtiger, die im Rahmen des Gewerbeflächenkonzepts identifizierten Suchräume zügig in einen Planungsprozess zu überführen. Schon jetzt ist erkennbar, dass alle Potenzialflächen mit nicht unerheblichen Restriktionen belegt sind. Daher ist eine konstruktive Diskussion über eine Gewerbeflächenvorratspolitik erforderlich. Die Zeit drängt“, fasst Schröder die Ergebnisse zusammen. 

Die Auswertung ist zum Download erhältlich unter folgendem Link:
Auswertung Gewerbeflächenmonitoring 2014-2017 (pdf, 0,3 MB)


Das Gewerbeflächenmonitoring 2017 im Überblick

- Insgesamt verfügt der Märkische Kreis zum Stichtag 31.12.2017 über einen Gewerbeflächenbestand von rund 87,5 ha gewerblicher Bauflächen im kommunalen Zugriff. Davon sind jedoch nur 48,2 ha sofort verfügbar.

- Der Gesamtumsatz baureifer Flächen belief sich im Jahr 2017 auf ein Volumen von insgesamt 8,95 ha und lag damit unter dem Schnitt der Jahre 2014 bis 2016.

- Beim Flächenumsatz hat die Stadt Plettenberg mit 2,9 ha an der Spitze gelegen, resultierend aus dem Verkauf einer großen Fläche in Gewerbegebiet Osterloh-West. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Städte Hemer (2,0 ha) und Altena (1,9 ha). Kommunen mit den meisten Verkaufsfällen sind die Städte Hemer (6), Menden (5) und Altena (4).

- Bezüglich der Grundstücksgrößen ist festzustellen, dass Flächen aller Größenklassen nachgefragt worden sind. Einen Schwerpunkt bilden jedoch Flächen bis zu einer Größe von 2.000 bis 5.000 m2 (9 von 19 Verkaufsfällen).

- Die veräußerten Flächen besaßen zu 57 Prozent eine planerische Ausweisung als Gewerbegebiet (GE). Industriegebiete (GI) trugen zu 40 Prozent zur Deckung des Flächenbedarfs in der Region bei. Sondergebiete (SO; 3 Prozent) spielten eine eher untergeordnete Rolle. Mischgebiete (MI) wurden nicht veräußert.

- Die Branche mit den meisten Verkaufsfällen bildete das Verarbeitende Gewerbe mit insgesamt 9 von 19 verkauften Grundstücken, gefolgt vom Handwerk bzw. der Baubranche (3).

- Betrachtet man die Herkunft der Grundstückskäufer ist zu beobachten, dass in insgesamt 16 von 19 Fällen der Investor aus der jeweiligen Kommune oder der Nachbarkommune stammt.

- Problematisch ist die ungleiche Verteilung der verfügbaren Flächen. Kommunen wie Altena und Meinerzhagen (als Standorte interkommunaler Gewerbeparks) bilden die regionalen Schwerpunkte (sofort) verfügbarer Flächen. Dem gegenüber stehen viele Kommunen mit einem nur unzureichenden Angebot.


Kontakt
Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH
Herr Marcel Krings
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