GWS legt Bericht über Gewerbeflächenentwicklung vor

Mehr als 24 Hektar Gewerbefläche in 2018 verkauft


Dass die Nachfrage nach Gewerbeflächen im Märkischen Kreis weiterhin hoch ist, zeigen die kürzlich veröffentlichen Zahlen für das Jahr 2018. Seit 2014 fasst die GWS alljährlich die Ergebnisse im so genannten „Gewerbeflächenmonitoring-Bericht Märkischer Kreis“ zusammen. Die Statistik zeigt: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 29 Gewerbeflächen mit einer Größe von mehr als 24 Hektar verkauft. „Das Angebot an verfügbaren Flächen schrumpft damit dramatisch weiter“, berichtet GWS-Geschäftsführer Jochen Schröder. 

Nachdem im Jahr 2017 „nur“ knapp neun Hektar veräußert wurden, hat die Nachfrage im vergangenen Jahr 2018 deutlich zugenommen. „Wir haben inzwischen eine äußerst angespannte Situation auf dem Gewerbeflächenmarkt im Märkischen Kreis“, berichtet GWS-Projektleiter Marcel Krings und ergänzt: „Es bestehen zunehmend Probleme, adäquate Flächen für die Unternehmen zu finden.“ Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Zum Stichtag 31. Dezember 2018 standen dem Markt kreisweit nur noch 62,1 Hektar zur Verfügung, Tendenz weiter sinkend.

„Bei gleichbleibender Entwicklung werden die letzten Flächenreserven in 2-3 Jahren aufgebraucht sein“
Jochen Schröder, GWS-Geschäftsführer

Erschwerend kommt hinzu, dass von den 62,1 Hektar lediglich 34 Hektar sofort für die Unternehmen bebaubar sind. „Durch laufende Entwicklungs- und Erschließungsmaßnahmen sind nicht unwesentliche Flächenanteile erst in zwei Jahren oder später verfügbar“, so Krings weiter. Zudem seien etwa 9,1 Hektar bereits als betriebliche Optionsflächen gebunden.

Wie die Auswertung der GWS zeigt, konzentrieren sich die Grundstücksverkäufe auf einige bestimmte Bereiche, wie z.B. den Märkischen Gewerbepark Rosmart oder den Gewerbepark Deilinghofen in Hemer. Mit insgesamt 15 veräußerten Flächen entfällt etwa die Hälfte der Verkäufe auf die genannten Standorte. Was hierbei deutlich wird: Städte und Gemeinden, die ihren Unternehmen keine Erweiterungs- oder Ausweichflächen zur Verfügung stellen können, laufen Gefahr Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen zu verlieren. „Wenn Unternehmen vor grundlegenden strategischen Standortentscheidungen stehen und keine passenden Grundstücke in der Kommune zu finden sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Unternehmen den Suchradius größer ziehen“, so Schröder.

Obwohl die heimischen Betriebe erfahrungsgemäß eine große Standortverbundenheit zeigen und sich zunächst in der unmittelbaren Umgebung auf die Suche nach Alternativen begeben, sei die Gefahr einer Abwanderung durchaus gegeben. Besonders betroffen sind derzeit Städte wie Lüdenscheid, Balve oder Neuenrade. Auch in Hemer sind die Flächen inzwischen knapp geworden, wie Felix Mohri, Wirtschaftsförderer der Stadt Hemer mitteilt: „Über die letzte verfügbare Fläche im Gewerbepark Deilinghofen stehen wir aktuell in abschließenden Verhandlungen.“ Danach sind auch hier die letzten Reserven erschöpft.

Regionale Industrie größte Nachfragegruppe

Die größte Nachfrage konnte wie auch in den vergangenen Jahren im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnet werden. „Insgesamt 18 Hektar, also ungefähr drei Viertel der Flächen gingen an Industrieunternehmen, die bereits in der Region ansässig sind“, berichtet Krings. Bei dem Blick auf die Größe der veräußerten Flächen ist erkennbar, dass mehr als die Hälfte der Grundstücke eine Größe bis 5.000 m2 aufweist. Immerhin wurden drei Flächen mit einer Größe von mehr als 20.000 m2 verkauft, u.a. an die Firmen Schulte Elektrotechnik und Gerhardi Kunststofftechnik im Märkischen Gewerbepark Rosmart. 

Nachfrage hält an: 2019 bereits 4,7 Hektar verkauft

Für das laufende Jahr 2019 scheint sich eine ähnlich hohe Nachfrage abzuzeichnen. „Allein im ersten Quartal wurden Flächen in einer Gesamtgröße von 4,7 Hektar verkauft“, ergänzt Krings. Unter anderem erwarb die Silicone Group GmbH ein Grundstück von etwa 10.400 m2 im Gewerbegebiet Kalthof-Zollhaus in Iserlohn.

Aufgrund des bestehenden Flächenengpasses haben der Märkische Kreis und die fünfzehn Städte und Gemeinden in einem breiten Diskussionsprozess ein Gewerbeflächenkonzept für den Märkischer Kreis erarbeiten lassen. In enger Kooperation mit den Kommunen wurden 50 Suchräume in einer Größenordnung von etwa 1010 ha identifiziert. „Mit Blick in die Zukunft ist es daher umso wichtiger, die im Rahmen des Gewerbeflächenkonzepts identifizierten Suchräume zügig in einen Planungsprozess zu überführen. Schon jetzt ist erkennbar, dass alle Potenzialflächen mit nicht unerheblichen Restriktionen belegt sind. Daher ist eine konstruktive Diskussion über eine Gewerbeflächenvorratspolitik erforderlich. Zumindest im äußersten Norden des Kreises könnte sich die Situation mittelfristig etwas entspannen. Ab 2022 sollen dort insgesamt 28 Hektar im Mendener Gewerbegebiet „Hämmer II“ in die Vermarktung gehen.

Das Gewerbeflächenmonitoring 2018 im Überblick

• Insgesamt verfügt der Märkische Kreis zum Stichtag 31.12.2018 über einen Gewerbeflächenbestand von rund 62,1 Hektar gewerblicher Bauflächen im kommunalen Zugriff. Davon sind jedoch nur 34,0 Hektar sofort verfügbar.

• Der Gesamtumsatz baureifer Flächen belief sich im Jahr 2017 auf ein Volumen von insgesamt 24,2 Hektar und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2017.

• Beim Flächenumsatz haben die Städte Hemer und Altena mit 8,8 Hektar bzw. 8,7 Hektar an der Spitze gelegen. Kommunen mit den meisten Verkaufsfällen sind die Städte Hemer (12), Iserlohn (4) und Altena (3).

• Bezüglich der Grundstücksgrößen ist festzustellen, dass Flächen aller Größenklassen nachgefragt worden sind. Einen Schwerpunkt bilden Flächen mit einer Größe von 2.000 bis 5.000 m2 (10 von 29 Verkaufsfälle).

• Die veräußerten Flächen besaßen zu 51 Prozent eine planerische Ausweisung als Industriegebiet (GI). Gewerbegebiet (GE) trugen zu 48 Prozent zur Deckung des Flächenbedarfs in der Region bei. Sondergebiete (SO; 1 Prozent) spielten eine eher untergeordnete Rolle. Mischgebiete (MI) wurden nicht veräußert.

• Die Branche mit den meisten Verkaufsfällen bildete das Verarbeitende Gewerbe mit insgesamt 21 von 29 verkauften Grundstücken.

• Betrachtet man die Herkunft der Grundstückskäufer ist zu beobachten, dass in insgesamt 18 von 29 Fällen der Investor aus der jeweiligen Kommune oder der Nachbarkommune stammt.

• Problematisch ist die ungleiche Verteilung der verfügbaren Flächen. Kommunen wie Altena und Meinerzhagen (als Standorte interkommunaler Gewerbeparks) bilden die regionalen Schwerpunkte (sofort) verfügbarer Flächen. Dem gegenüber stehen viele Kommunen mit einem nur unzureichenden Angebot.


Die Auswertung steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung:
Gewerbeflächenmonitoring Märkischer Kreis 2014-2018


Kontakt

Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH
Herr Marcel Krings
Lindenstraße 45
58762 Altena
Tel.: 02352 9272-12
Fax: 02352 9272-20
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