Automobilzulieferer informierten sich über Elektromobilität

„Nichtstun wäre falsch, in Panik verfallen aber auch“


Am 22. November fand an der Fachhochschule (FH) Südwestfalen in Meschede der 7. TechnologieDialog Südwestfalen statt. Das Motto: „Auswirkungen der Elektromobilität auf metallverarbeitende Unternehmen in Südwestfalen“. Zur Veranstaltung geladen hatte der Transferverbund Südwestfalen in Kooperation mit der FH Südwestfalen und dem Automotive-Netzwerk Südwestfalen. Moderator Max von Malotki begrüßte rund 150 Teilnehmer aus Unternehmen und Hochschulen.

Prof. Dr. Andreas Nevoigt, Prorektor der FH Südwestfalen, führte die Zuhörer mit einem Vortrag in die Szenarien zukünftiger Antriebskonzepte und ihre Auswirkungen ein. Antrieb, Karosserie, Fahrwerk – Punkt für Punkt ging Nevoigt die möglichen technischen Konsequenzen für Automobilhersteller und -zulieferer durch und identifizierte mögliche Ansätze für metallverarbeitende Unternehmen. Das Spektrum reichte vom Wegfall von Aluminiumkomponenten im Motorblock bis hin zu künftig im Zuge der Energierückgewinnung erforderlichen Bremsscheiben aus Aluminium. Sein Fazit für die Unternehmensausrichtung: „Nichtstun wäre falsch, in Panik verfallen aber auch“.

Karsten Westerhoff, Geschäftsführer der Automotive Center Südwestfalen GmbH, bezeichnete den Technologiewandel im Zuge der Elektromobilität als Chance für die metallverarbeitende Industrie, beispielsweise in Form geänderter Anforderungen an die Steifigkeit und Crashsicherheit von Fahrzeugen aufgrund der schweren Batterie. Etwa 5.000 Befestigungsteile wie Schrauben, Muttern oder Spezialteile stecken heute in einem Verbrennungsmotor. Völlig andere und deutlich weniger benötige man beispielweise für einen Tesla-Achsenmotor. Karlheinz Munz, Geschäftsführer der Nedschroef Altena GmbH sieht deshalb künftig Veränderungen in der Produkt-, aber auch in der Lieferantenstruktur. „Für uns ist der aktuell der Hybrid-Motor der Beste, bald ist es der E-Motor“, erklärte er die strategische Ausrichtung des Automobilzulieferers auf die zukünftigen technologischen Herausforderungen.

Zumindest in den nächsten Jahren sieht hingegen Hermann J. Schulte noch den Dieselmotor als saubere Option. In seinem Vortrag „Dieselmotor: Vom Saulus zum Paulus“ hielt der geschäftsführende Gesellschafter der HJS Emission Technology GmbH & Co. KG ein Plädoyer für die bewährte und weit entwickelte Technologie. Allein: Es verlange verantwortliche Ingenieure und Manager. Die Technik für einen emissionsarmen Antrieb sei vorhanden.

Mit der Aussage, der Markt für Verbrennungsmotoren wachse in den kommenden Jahren mit der zunehmenden individuellen Mobilität weltweit, eröffnete Schulte die abschließende Podiumsdiskussion. Dagegen hielt Peter Vogel, Geschäftsführer der Vogel GmbH & Co. KG: „Eine Million Kilometer läuft ein Elektromotor, für diesen An-trieb sprechen eindeutig auch wirtschaftliche Aspekte.“ Dass die südwestfälische Industrie diesen Aspekt und den Trend zur E-Mobilität zu einem guten Teil aufgegriffen hat, konnte Professor Nevoigt anhand der Ergebnisse einer Umfrage des Transferverbundes Südwestfalen belegen. Die abschließende Empfehlung kam von Dirk Hackenberg von der SIHK Hagen: „Nehmen Sie Kontakt auf zu Anbietern von E-Mobilen wie zum Beispiel e.Go Life – es lohnt sich auf jeden Fall Erfahrungen zu sammeln.“

Vorträge der Veranstaltung zum Download:

Prof. Dr.-Ing. Andreas Nevoigt: Szenarien zukünftiger Antriebskonzepte und ihre Auswirkungen (pdf 1,5 MB)

Karsten Westerhoff: Elektromobilität – Technologiewandel als Chance für die Metallverarbeitende Industrie?! (pdf, 1,2 MB)

Karlheinz Munz: Strategische Ausrichtung eines Automobilzulieferers auf die zukünftigen technologischen Herausforderungen (pdf, 2,2 MB)

Hermann J. Schulte: Dieselmotor: Vom Saulus zum Paulus: Vom Saulus zum Paulus (pdf, 3,1 MB)



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